top of page

Achtsame Kommunikation - bewusst sprechen und zuhören


Achtsame Kommunikation

Achtsame Kommunikation beschreibt eine Art zu sprechen und zuzuhören, die von Aufmerksamkeit, Respekt und innerer Klarheit geprägt ist. Sie richtet den Fokus darauf, wie Worte entstehen, wie sie beim Gegenüber ankommen und welche Wirkung sie entfalten.


Gerade im Alltag, in Beziehungen oder im Kontakt mit Kindern wird deutlich, wie stark Sprache, aber auch Gestik unser Miteinander beeinflusst. Achtsames Kommunizieren bedeutet, Gespräche bewusster zu führen und Verantwortung für den eigenen Ausdruck zu übernehmen.


Was ist achtsame Kommunikation?


Achtsame Kommunikation bedeutet, im Gespräch präsent zu sein. Statt automatisch zu reagieren, wird wahrgenommen, was gerade im eigenen Inneren und im Gegenüber geschieht. Sie ist eine Form des Austauschs, bei der Sprache, Aufmerksamkeit und innere Haltung miteinander verbunden sind.


Zentrale Aspekte sind:


  1. bewusstes Zuhören

  2. eine respektvolle Wortwahl

  3. das Wahrnehmen von Gefühlen

  4. das Vermeiden von Bewertungen

  5. Klarheit im eigenen Ausdruck

  6. Blickkontakt & Zugewandtheit

  7. Vermeiden von Ablenkungen


Was bedeutet achtsame Kommunikation im Alltag?


Im Alltag entstehen viele Spannungen durch Missverständnisse, Zeitdruck oder ungeklärte Erwartungen. Achtsame Kommunikation setzt hier an, indem sie Gespräche verlangsamt und Raum für Verständnis schafft.


Typische Situationen:


  • Konflikte in Beziehungen

  • Gespräche im Arbeitsumfeld

  • Kommunikation mit Kindern

  • emotionale Diskussionen

  • gestresste Kommunikation


Achtsames Kommunizieren heißt, nicht alles sofort auszusprechen, sondern innezuhalten und bewusst zu wählen, wie gesprochen wird.


Achtsame Kommunikation mit Kindern


Die achtsame Kommunikation mit Kindern spielt eine besondere Rolle, da Kinder stark auf Tonfall, Haltung und emotionale Präsenz reagieren.


Ansätze von Daniel Siegel zeigen, wie wichtig es ist, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Gefühle ernst zu nehmen.


Achtsame Kommunikation mit Kindern bedeutet:


  • Gefühle benennen, ohne zu bewerten

  • klare Grenzen ruhig kommunizieren

  • zuhören, bevor korrigiert wird

  • Verbindung herstellen, bevor Lösungen gesucht werden


Sprache wird so zu einem sicheren Rahmen und lässt auch Kinder spüren, dass sie sicher sind und gesehen werden.


Achtsame Kommunikation in Beziehungen


In Beziehungen entsteht Nähe nicht durch perfekt gewählte Worte, sondern durch authentisches Zuhören. Achtsame Kommunikation hilft, Gespräche ruhiger zu führen und Eskalationen zu vermeiden.


Wichtige Elemente:


  • Ich-Botschaften

  • ehrliches Benennen von Bedürfnissen

  • Pausen zulassen

  • auf Reaktionen achten


So entsteht ein Austausch, der von Respekt getragen ist. Was in unserer heutigen Gesellschaft ein riesiges Thema ist, ist das Smartphone. Jegliche Art von Kommunikation sollte ohne Smartphone geführt werden. Lege das Handy zur Seite, wenn du mit jemandem sprichst.


Achtsame Kommunikation im Team


Auch im beruflichen Kontext spielt achtsame Kommunikation eine sehr große Rolle. Sie beeinflusst Zusammenarbeit, Feedback und die Atmosphäre im Team. Oft steht Unausgesprochenes, gerade in verschiedenen Positionen einer aufrichtigen Kommunikation im Weg.


Achtsam kommunizieren im Arbeitsalltag bedeutet:


  • andere ausreden lassen

  • klar und sachlich sprechen

  • Kritik respektvoll formulieren

  • Körpersprache wahrnehmen


Eine bewusste Gesprächskultur verändert den Umgang miteinander. Häufig scheitert Kommunikation daran, dass Menschen Angst haben, etwas Falsches zu sagen oder ihre Bedürfnisse klar auszudrücken. In einem guten Arbeitsverhältnis sollte das kein Problem sein. Falls doch, ist es wichtig, das Thema offen anzusprechen, denn unterdrückte Kommunikation führt sonst schnell zu Frustration. Ein paar weitere Tipps findest du in meinem Blogartikel Achtsamkeit am Arbeitsplatz.


6 Regeln der achtsamen Kommunikation


Die folgenden sechs Grundsätze helfen dabei, achtsam zu kommunizieren, sei es im Alltag, in Beziehungen, im Kontakt mit Kindern oder im Team.


1. Zuhören, ohne zu unterbrechen


Wirkliches Zuhören bedeutet, nicht schon während des Sprechens eine Antwort zu formulieren. Es geht darum, präsent zu bleiben und dem anderen Raum zu geben.


2. Aus der eigenen Wahrnehmung sprechen


Statt zu sagen „Du machst immer …“ hilft es, bei sich zu bleiben:

„Ich nehme wahr …“ oder „Ich fühle …“.

So entsteht weniger Abwehr und mehr Offenheit.


3. Gefühle benennen, nicht bewerten


Gefühle dürfen da sein, ohne erklärt oder gerechtfertigt zu werden.

Sätze wie „Ich bin gerade traurig“ oder „Ich merke Ärger in mir“ schaffen Klarheit, ohne anzugreifen.


4. Pausen zulassen


Nicht jedes Gespräch oder jede Diskussion muss sofort gelöst werden. Eine bewusste Pause kann helfen, Emotionen zu regulieren und später klarer weiterzusprechen. Sprich das gern an und sage, ich denke, wir sollten zu einem anderen Zeitpunkt weitersprechen.


5. Verantwortung für die eigenen Worte übernehmen


Achtsame Kommunikation heißt auch, die Wirkung der eigenen Sprache wahrzunehmen. Worte hinterlassen Spuren und dafür darf Verantwortung übernommen werden.


6. Auf Ablenkung verzichten


Ein Gespräch sollte immer respektvoll und auf Augenhöhe stattfinden. Beide Gesprächspartner sollten sich voll und ganz aufeinander konzentrieren, ohne Ablenkungen. Das Handy sollte beiseitegelegt werden, und wichtige Gespräche sollten nicht während des Essens geführt werden.


Bewusstes Zuhören bedeutet, dem Gesprächspartner aktiv Aufmerksamkeit zu schenken, seine Worte und Gefühle wahrzunehmen und wirklich zu verstehen, was gesagt wird. Dazu gehört eine respektvolle Wortwahl, die wertschätzend und offen ist, sowie das Wahrnehmen von Gefühlen, sowohl der eigenen als auch der des Gegenübers.


Beim Gespräch sollte das Vermeiden von Bewertungen im Vordergrund stehen, um ein vertrauensvolles und unverfälschtes Miteinander zu fördern. Gleichzeitig ist Klarheit im eigenen Ausdruck wichtig, damit Botschaften verständlich und eindeutig vermittelt werden.


Weitere zentrale Elemente sind Blickkontakt und Zugewandtheit, die Interesse und Präsenz signalisieren, sowie das Vermeiden von Ablenkungen, um die Aufmerksamkeit vollständig auf das Gespräch zu richten.


3 einfache Übungen für achtsame Kommunikation


Achtsame Kommunikation lässt sich durch einfache Übungen trainieren.


Übung 1: Zuhören ohne Unterbrechen


Ziel: Konzentration auf das Gegenüber, Missverständnisse vermeiden.


Ablauf:

  1. Eine Person spricht, die andere hört aufmerksam zu.

  2. Währenddessen nicht unterbrechen oder kommentieren.

  3. Nach dem Sprechen fasst die hörende Person das Gehörte in eigenen Worten zusammen.


Tipp: Konzentriere dich auf die Kernaussage, nicht auf Details oder Antworten.


Übung 2: Langsames und bewusstes Sprechen


Ziel: Klarheit in der Kommunikation schaffen.


Ablauf:

  1. Sprich bewusst langsamer als gewohnt.

  2. Halte vor jeder Antwort kurz inne, um über deine Worte nachzudenken.

  3. Achte auf deine eigenen Körpersignale und die deines Gegenübers.


Tipp: Benenne zuerst Gefühle oder Empfindungen, bevor du auf inhaltliche Punkte eingehst.


Übung 3: Der achtsame Dialog


Ziel: Wahrnehmung, Verständnis und Vertrauen im Gespräch stärken.


Ablauf:

  1. Führe ein kurzes Gespräch ohne das Ziel, zu überzeugen oder recht zu haben.

  2. Konzentriere dich darauf, das Gegenüber wirklich zu verstehen.

  3. Reflektiere am Ende gemeinsam, welche Eindrücke und Gefühle entstanden sind.


Tipp: Fokus auf gegenseitige Wahrnehmung, nicht auf Argumentation oder Lösung.


Buchempfehlungen zur achtsamen Kommunikation


Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet in Büchern wertvolle Impulse und Praxisbeispiele. Diese Werke gelten als besonders bekannt und hilfreich:


  1. Thich Nhat Hanh: Achtsame Kommunikation

    Ein ruhiger, klarer Zugang zu Sprache, Zuhören und innerer Haltung.


  2. Ulrike Bartholomäus: Die Kunst, gute Gespräche zu führen

    Sie zeigt den Weg zu der nötigen Balance aus Körpergefühl, Wertschätzung und Empathie.


Diese Bücher zeigen unterschiedliche Perspektiven, haben jedoch eines gemeinsam: Sprache wird als Ausdruck innerer Haltung verstanden.


Kommunikation ist mehr als Sprache


Kommunikation umfasst weit mehr als Worte, sie beinhaltet auch Körpersprache, Tonfall und Präsenz.


  • Aktives Zuhören hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

  • Klarer Ausdruck und bewusste Wortwahl schaffen Verständnis.

  • Aufmerksamkeit auf Körpersignale und Emotionen fördert Vertrauen.

  • Kurzes Innehalten vor Antworten unterstützt reflektiertes Handeln.


Wer die verschiedenen Ebenen der Kommunikation bewusst einsetzt, kann Gespräche klarer, wertschätzender und wirkungsvoller gestalten.

Achtsame Kommunikation ist eine innere Ausrichtung. Sie entwickelt sich mit Übung, Erfahrung und Aufmerksamkeit.


In meinen Achtsamkeitskursen verbinde ich Achtsamkeit mit praktischen Reflexionsmethoden und kreativen Elementen, um diese Haltung erfahrbar zu machen.

 
 
 

Kommentare


Du hast eine Anmerkung oder Frage? Melde dich gern bei mir!

Vielen Dank für deine Nachricht!

bottom of page