Tipps zum Einschlafen bei Stress und Gedankengrübeln
- Alicia Dechow

- vor 1 Tag
- 6 Min. Lesezeit

Kennst du das? Du liegst im Bett, dein Körper ist müde, aber dein Kopf laut? Gedanken kreisen, To-Do-Listen tauchen auf und Gespräche werden innerlich wiederholt. Genau hier setzen gezielte Tipps zum Einschlafen an.
Guter Schlaf ist das Ergebnis von bewussten Abendroutinen, innerer Regulation und kleinen Gewohnheiten, die dein Nervensystem beruhigen. In diesem Artikel findest du alltagstaugliche Tipps zum Einschlafen.
Warum wir bei Stress schlechter einschlafen
Stress aktiviert unser sympathisches Nervensystem, ein Teil unseres autonomen Nervensystems. Das bedeutet: Der Körper bleibt im Alarmmodus. Herzschlag und Cortisolspiegel sind erhöht, selbst wenn wir längst im Bett liegen.
Gedankengrübeln ist dabei oft ein Zeichen von innerer Anspannung. Dein Gehirn versucht, Probleme zu lösen, obwohl es eigentlich regenerieren sollte.
Mit einigen kleinen Methoden kannst dein Nervensystem aktiv beruhigen.
10 unterstützende Tipps zum Einschlafen
Die folgenden Tipps gehören zum Teil zu meiner festen Routine. Einige führe ich jeden Abend durch, andere etabliere ich öfter mal, so wie es sich für mich stimmig anfühlt und je nachdem wie viel Zeit ich habe und wie gestresst mein Geist ist. Vielleicht findest du mit diesen Tipps deine eigene Routine.
1. Bewusste Atmung zur Regulation
Atemübungen sind einer der effektivsten Tipps zum Einschlafen bei Stress.
Eine einfache Methode:
• 4 Sekunden einatmen
• 4 Sekunden halten
• 6 Sekunden langsam ausatmen
• 10 bis 15 Wiederholungen
Die verlängerte Ausatmung signalisiert deinem Körper Sicherheit. Dein Puls sinkt, dein System fährt herunter. Hier wird der Parasympathikus aktiviert, unser „Ruhepol“.
Diese Technik nutze ich auch in meinen Meditationen, Abendroutinen oder in bestimmten Alltagssituationen, weil sie sofort wirkt und überall anwendbar ist.
2. Gedanken aus dem Kopf aufs Papier bringen
Einer der besten Tipps zum Einschlafen bei Gedankengrübeln ist Journaling.
Vor dem Schlafen:
• Schreibe alles auf, was dich gerade beschäftigt
• Wenn du magst, kannst du offene Aufgaben für morgen notieren
• Formuliere einen Satz wie: Das erledige ich morgen
Dein Gehirn entspannt sich, wenn es weiß, dass nichts verloren geht.
In meinen Journaling-Formaten erlebe ich immer wieder, wie kraftvoll dieser Schritt ist. Schreiben schafft innere Klarheit und beruhigt den Geist.
3. Eine kurze Abendmeditation
Meditation hilft, vom Denken ins Spüren zu kommen und Körper und Geist zur Ruhe zu bringen. Du kannst sie entweder im Bett durchführen oder kurz vor dem Schlafengehen im Sitzen, so wie es für dich am besten passt.
Eine einfache Abendmeditation:
• Schließe deine Augen
• Lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem
• Nimm deine Gedanken wahr, ohne sie zu bewerten
• Führe deinen Fokus immer wieder sanft zurück zu deinem Atem
Es reichen schon einige Minuten. Regelmäßige Meditation ist einer der nachhaltigsten Tipps zum Einschlafen.
4. Dankbarkeit als mentaler Perspektivwechsel
Stress verstärkt den Fokus auf Probleme. Gedanken kreisen meist um Dinge, die noch erledigt werden müssen, Dinge, die vielleicht nicht so gut liefen oder Herausforderungen, vor denen man Angst hat. Die Praxis der Dankbarkeit lenkt diesen Fokus bewusst um.
Frage dich vor dem Schlafen:
• Was war heute schön oder ein Highlight?
• Wofür bin ich heute oder allgemein dankbar?
• Was ist mir gut gelungen oder wo bin ich stolz auf mich?
Drei kleine Punkte reichen. Dankbarkeit aktiviert positive Emotionen und beruhigt das Nervensystem. Du lenkst deinen Fokus auf das Positive und gehst mit diesen Gedanken schlafen. Dies ist einer meiner Lieblingsübungen, die ich mir jeden Abend im Bett innerlich sage. Wenn du einen Partner hast, könnt ihr euch gegenseitig erzählen, wofür ihr an diesem Tag dankbar seid.
5. Handy aus dem Schlafzimmer verbannen
Ein unterschätzter, aber extrem wichtiger Punkt unter den allgemeinen Tipps zum Einschlafen:
• Kein Handy im oder am Bett
• Kein Scrollen direkt vor dem Einschlafen
• Kein Blaulicht in der letzten Stunde
Das Licht hemmt die Melatonin-Produktion. Wenn du auf den Social-Media-Kanälen unterwegs bist, aktiviert dies zusätzlich dein Stresssystem.
Du kannst diese Punkte gern für dich ausprobieren und schauen, ob du sie umsetzen kannst.
• Lege dein Handy außerhalb des Schlafzimmers
• Nutze einen analogen Wecker
• Schaffe eine digitale Grenze (Handy aus dem Bett, mind. 30 Min. vor dem schlafen)
6. Lavendel und ätherische Öle bewusst einsetzen
Lavendel wirkt beruhigend auf unser Nervensystem und kann das Einschlafen unterstützen. Es gibt verschiedene Varianten, wie du Duft integrieren kannst.
Ätherisches Öl:
• Ein Tropfen Lavendelöl an die Schläfen (Ich verwende hier gern den Roll-On von TAOASIS.)
• Alternativ kannst du dir auch eine kleine Gesichtsmassage oder Massage hinter den Ohren geben
Raum- oder Kissenspray:
Wenn du nicht so gern Öl auf deiner Haut verwenden möchtest, kannst du es mit einem Einschlafspray versuchen.
• Entweder das Raumspray kurz vor dem Schlafen gehen einmal im Raum verteilen
• Oder ein Tropfen eines Kopfkissensprays auf das Kopfkissen geben
Augenkissen mit Lavendelduft:
Es gibt spezielle Augenkissen, die du kurz vor dem Schlafen gehen zur Entspannung auf deine Augen legen kannst. Diese gibt es auch mit Lavendelduft.
Der Duft signalisiert deinem Körper Entspannung. Achte darauf, dass du hochwertige Öle oder Sprays auf Naturbasis verwendest, sonst gibt es leicht Kopfschmerzen. 😉
7. Eine kleine Selbstmassage
Berührung beruhigt ebenfalls dein Nervensystem und signalisiert deinem Körper Sicherheit.
Vor dem Schlafen kannst du:
• Deine Füße massieren
• Deine Schultern kneten
• Mit warmem Öl deine Hände einreiben
Das bringt den Fokus aus dem Kopf in den Körper hinein und hilft dem Körper zu entspannen.
8. Lesen statt Fernsehen
Fernsehen bis in die Nacht oder mit laufendem Hörbuch einschlafen klingt harmlos, hält dein Gehirn aber aktiv.
Du kannst als Alternative folgende Punkte in Betracht ziehen:
• Ein entspanntes Buch lesen
• Gedimmtes Licht verwenden
• Keine spannenden Inhalte konsumieren (z.B. einen Horrorfilm)
Dein Unterbewusstsein kann nicht gut zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Wenn du einen Horrorfilm schaust, kann dein Körper nicht entspannen und es fällt ihm schwerer zur Ruhe zu finden. Lesen wirkt entschleunigend, während Serien dein Stresssystem oft unbewusst aktivieren.
9. Abendliche Rituale etablieren
Routinen geben Sicherheit. Du kannst versuchen dir eine Routine aufzubauen.
Dies sind Beispiele, die du gern für dich ausprobieren kannst:
• Jeden Abend zur ungefähr gleichen Zeit ins Bett legen
• Vielleicht hilft dir eine feste Abfolge aus Tee, Schreiben und einer Meditation
Rituale sind kraftvolle Tipps zum Einschlafen bei Stress, weil dein Körper dann lernt, dass die Ruhephase beginnt.
10. Sanfte Bewegung am Abend
Bewegung ist einer der unterschätzten Tipps zum Einschlafen bei Stress. Nicht intensives Training kurz vor dem Schlafen, sondern bewusste, ruhige Bewegung.
Besonders hilfreich sind:
• Ein Spaziergang am Abend an der frischen Luft
• Sanftes Yoga mit langsamen Dehnungen
• Ruhige Mobilisationsübungen für Nacken und Rücken
Ein Abendspaziergang hilft, Stresshormone abzubauen und Gedanken zu sortieren. Die gleichmäßige Bewegung reguliert dein Nervensystem und signalisiert deinem Körper Übergang vom Tag in die Nacht.
Sanftes Yoga unterstützt zusätzlich:
• Muskelentspannung
• bewusstes Atmen
• innere Erdung
Am besten keine intensive Sporteinheit direkt vor dem Schlafen, wenn du es nicht gewohnt bist. Hochintensives Training kann den Kreislauf aktivieren und das Einschlafen erschweren. Wenn dein Körper dies gewohnt ist, wird es wahrscheinlich auch funktionieren. Je länger du eine Sache machst, desto leichter fällt es deinem Körper und Geist sich darauf einzulassen.
Wenn du Bewegung mit bewusster Atmung kombinierst, entsteht eine kraftvolle Verbindung aus Körper und Nervensystemregulation. Genau hier zeigt sich, dass einige Tipps zum Einschlafen nicht nur mental, sondern auch körperlich ansetzen dürfen.
Was du abends vermeiden solltest
Mindestens genauso wichtig wie hilfreiche Routinen ist das Weglassen bestimmter Gewohnheiten, wie z.B.
• Kaffee oder viel schwarzen Tee am Abend (enthält Koffein)
• Große, schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen
• Alkohol
• Späte Konfliktgespräche
• Dauerhafte Reizüberflutung durch Serien oder Social Media
Auch Hörbücher können problematisch sein, wenn sie dein Gehirn aktiv halten oder emotional triggern.
Zusätzliche Tipps zum Einschlafen bei starkem Grübeln
Wenn dein Kopf besonders laut ist, kannst du deine feste Zeit am Nachmittag einlegen, in der du dich bewusst mit deinen Gedanken auseinandersetzt. Du kannst deine Herausforderungen aufschreiben oder sie am Nachmittag durchgehen. So verschiebt sich das Grübeln bewusst aus der Nacht in den Tag.
In meiner Arbeit verbinde ich genau diese Elemente. Meditation, bewusste Atmung und Journaling helfen nicht nur beim Einschlafen, sondern stärken langfristig deine Stressresilienz.
Schlaf ist ein Spiegel deines Nervensystems. Die besten Tipps zum Einschlafen wirken nicht erst, wenn du schon liegst. Sie beginnen am Abend mit bewussten Entscheidungen.
Wenn du dein Nervensystem regelmäßig regulierst durch Übungen, die für dich stimmig sind und in deine Routine passen, kann das Einschlafen wieder natürlicher werden.
Fang heute Abend mit einem kleinen Schritt an. Vielleicht versuchst du die Atmung oder dir einen Glücks-Moment in Erinnerung zu rufen. Dein Körper weiß, wie Schlaf funktioniert. Manchmal braucht er nur ein bisschen Unterstützung.
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